Eickelborn


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Geschichte

Wissenwertes

Versuch zur Deutung des Namens:
Die Entstehung des Namens Eickelborn kann heute nicht genau festgestellt werden, da weder Urkunden noch Bücher Aufschluß darüber geben. Man hat jedoch mehrfach versucht, den Namen abzuleiten und zu deuten:

1. In der Geschichte gibt es verschiedene Schreibweisen des Ortsnamen:
1262 Ekeneberne , 1437 Eykeneberne ( V.,8,39), 1484 Eyckelenborn, 1486 Eckeneborn, 1501 Ekelenborn, 1535 Eckelbernen(V.,19,106;V., 19,151-153), 1828 Eikelbern (I.,2).Bur, bern und berne hat die bedeutung von Wohnung, somit wäre dieseer Ableitung zufolge Ekeneberne eine "Wohnung", besser Niederlassung in den Eichen". Diese Deutung ist sinnvoll, da Eickelborn früher eine von Eichenwäldern umgebene Siedlung war.

2. Da das frühere auf dem Rittergut seßhaft gewesene Rittergeschlecht den Namen von Ekeneberne trug, liegt die Vermutung nahe , dass dieses Adelsgeschlecht Namensgeber gewesen ist. (V.,8,39)

3. die beiden ersten silben könnten auch Ecke, Winkel bedeuten, daher wäre Eickelborn eine Wohnung im Winkel. diese Erklärung verdient deshalb einige Bedeutung , weil das alte Dorf in einem Winkel liegt, der vom alten Postweg ( Römerstrasse)gebildet wird. ( V.,8, 39).

4. der Name stammt von der "Eckbertsburg" ab. Wohnsitz Eckberts, Gemahl der hl. Ida von Herzfeld.

Ein kurzer Streifzug durch die Geschichte von Eickelborn
Das Dorf Eickelborn blickt auf ein schon recht ehrwürdiges Alter zurück. Seinen Namen verdankt es einem ritterbürtigen Geschlecht, das vor Zeiten auf einem späterhin landtagsfähigen Rittergut saß. In v. Steinens Westfälischer Geschichte ist zu lesen: „Eickelborn oder Eckelbern ist ein schöner Rittersitz im Amt Erwitte, an der Landstraße von Hamm nach Lippstadt gelegen, ist lehnrührig zum Stift Meschede.”

Dieser Hinweis auf die Lehnsverhältnisse zum Stift Meschede hält späteren Forschungsergebnissen jedoch nicht stand. Bei dem Lehnsverhältnis zum Kloster Meschede handelt es sich nicht um den Rittersitz Eickelborn, sondern um den Schultenhof, der dem Stift Meschede lehnrührig war. Ein Güterverzeichnis des genannten Klosters aus dem Jahre 1314, das die Abgabenschätzung des Schultenhofs zu Eickelborn beinhaltet, dient hier als Beweis.

Interessant ist vielleicht eine Zusammenstellung der Geschlechter, die im Laufe der Jahrhunderte auf dem Rittersitz ansässig waren. Im Vordergrund des Interesses steht das Geschlecht derer von Eickelborn, dem der Ort unzweifelhaft seinen Namen verdankt. Als erster taucht Henricus de Ekeneberne auf (1262), der als Urkundszeuge im Vogtdinge zu Heppen genannt wird. Woher die Herren von Eickelborn ursprünglich gekommen sind, ist nicht mit Sicherheit festzustellen. Es wird vermutet, daß sie mit den Karolingern ins Land gezogen sind und sich bei uns niedergelassen haben. Das Adelsprädikat „De” spricht für diese Annahme, denn es ist unzweifelhaft fränkischen Ursprungs.

Die nächsten Namen sind Fridericus de Ekeneberne (1262) und 1301 bis 1309 Lambert von Ekeneberne. Im Jahre 1329 erhielt ein Hermann von Ekenebern von Gottfried, dem erstgeborenen Sohn des Grafen Wilhelm von Arnsberg, einen Freibrief. Aus einem Zeugnis des Freigrafen Bernd von Hervelde ist zu erfahren, daß Konrad von Ekenebern und sein Vetter Thomas 1338 vor ihm über einen Weg nach der Mühle zu Göttingen mit dem Kloster Benninghausen verhandelt haben. Die Herren von Eickelborn betrieben aber anscheinend nicht nur ihr ritterliches Handwerk. Unter ihnen befanden sich auch einige, die dem Kreuze dienten. So tritt 1338 ein Kleriker Konrad von Ekeneberne mehrmals als Zeuge auf. Ob dies der gleiche Konrad war, der in den Jahren 1339 und 1371 verschiedentlich in überlieferten Schriften Zeugnis ablegte, läßt sich heute mit Sicherheit nicht mehr klären. Der Ritter Hunold von Plettenbracht bestätigte am 9. April 1340 einen Tauschvertrag des Knappen Konrad von Ekenebern mit Rekelin Johanninc zu Ekeneberne. Aus den Dokumentensammlungen ist auch zu entnehmen, daß sich Gervin von Ekenebern 1351 mit dem Kloster Benninghausen verglich. Mayze = Matthias von Ekeneberg verbürgt sich 1363 in einer Rentenverschreibung für Bernhard, den Edelherrn zu Lippe.

In einem Streit zwischen dem Kloster Benninghausen und dem Knappen Wilhelm Loyf tritt fast fünfunddreißig Jahre später Thomas von Ekenbern als Vermittler auf. Der Name Thomas taucht auch in den Jahren 1386 und 1401 auf. Thomas hatte zwei Kinder, einen Sohn Mais und eine Tochter Elseke. In einer Beschwerdeschrift aus dem Jahre 1439 des Erzbischofs Dietrich von Moers über Handlungen der Stadt Soest, die ihm an-scheinend nicht zugesagt hatten, ist ein Joh. Eikelenbern zu entdecken. Die erste Erblandvereinigung der westfälischen Ritterschaft vom 10. Oktober 1347 ist von einem Henrik von Eykenebern mitunterzeichnet. Drei Jahre später schenkte der Knappe Heinrich von Ekelbern der Kirche zu Benninghausen Land auf dem Hammerstein und eine Hühnerrente aus seinem Lutterbeken-Gut zur Stiftung einer Memorie. Heinr. von Ekelbern oder Eickelborn ehelichte Margareta von Landsberg. Aus dieser Ehe gingen zwei Kinder — Jaspar und Anna — hervor. Da Jaspar kinderlos starb, erlosch die Familie im Mannesstamme. Die Tochter Anna wurde Erbin der Eickelborner Güter.

Sie vermählte sich mit Anton von Berninghausen. Mit ihm beginnt dann die Eickelborner Linie der Berninghauser. Mit dem letzten Sproß dieser Linie, Anton von Berninghauß, erlosch 1639 auch dieser Zweig und ging in die Linie derer von Schorlemer über. Der letzte von Schorlemer auf dem Rittergut Eickelborn hinterließ es seinem Bruder Anselm Adolf und dieser wiederum vermachte es seinem Sohn Christoph. 1745 aus Kriegsdiensten im polnisch-sächsischen Heer zurückkommend, ehelichte er eine junge Dame aus einer protestantisch-bürgerlichen Familie.

Da Christoph das Freigut Eickelborn wegen der zu hohen Belastung nicht mehr halten konnte, kam es im Jahre 1749 zum gerichtlichen Verkauf. Witwe Maria Theresia Freifrau von Landsberg erhielt mit 29 000 Talern den Zuschlag. Da auf dem Gut einige Grundstücksrechte ruhten, die sie unter Anrechnung auf den Kaufpreis übernehmen mußte, brauchte sie die Kaufsumme nicht in voller Höhe auszubezahlen. Die Landsberger ließen die Besitzung zunächst durch einen Rentmeister verwalten. Später wurde die Besitzung verpachtet, bis sich die Landsberger Herrschaft schließlich entschloß, es 1878 an die Provinz Westfalen zu verkaufen.

Mit dem Verkauf der Liegenschaften seitens der Familie von Landsberg beginnt die Geschichte des Landeskrankenhauses Eickelborn. Um 1900 betrug die Größe des von der Provinz angekauften Rittergutes Eickelborn-Benninghausen rund 255 ha. Hiervon entfielen etwa 165 ha auf Eickelborn, während die restlichen Liegenschaften Benninghausen zugehörig waren.

Die geschichtliche Entwicklung und die Bedeutung des Landeskrankenhauses sind so eng mit dem Dorf Eickelborn verbunden, daß es für viele Bürger der Gemeinde sicherlich interessant sein dürfte, näheres hierüber zu erfahren. Es würde aber zu weit führen, im Rahmen dieses kurzen Streifzuges durch die Geschichte unseres Heimatdorfes hierauf weiter einzugehen.
(Willi Köster +)

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